Ganz trocken blieb der 70. Geburtstag der Gustav-Adolf-Kapelle leider nicht. Der Regen mag vielleicht den einen oder anderen davon abgehalten haben, sich auf den Weg zu machen. Rund 50 Besucherinnen und Besucher ließen sich vom Wetter jedoch nicht abschrecken und feierten gemeinsam den Gottesdienst zum Kapellengeburtstag und Erntedank.
Gestaltet wurde der Gottesdienst gemeinsam von Prädikant Norbert Walter und Pfarrer Thorsten Wünsche. Für einige der Anwesenden war dieser Geburtstag mit ganz persönlichen Erinnerungen verbunden: Sie hatten bereits 1956 die Einweihung der damals neuen Kapelle miterlebt. Viele weitere verbinden das kleine Gotteshaus mit wichtigen Stationen ihres eigenen Lebens: hier wurden sie getauft oder konfirmiert, hier haben sie geheiratet oder unzählige Krippenspiele mitgestaltet. Auch die Kollekte des Jubiläumsgottesdienstes schlug eine Brücke zurück zu den Anfängen der Kapelle: sie war für das Gustav-Adolf-Werk bestimmt, das der Kapelle ihren Namen gab und ihren Bau vor 70 Jahren maßgeblich finanziell unterstützt hatte.
Passend zum Erntedank war auch der Altar reich gedeckt: Obst, Gemüse, Blumen und weitere Gaben aus den Bilderläher Gärten sorgten für ein farbenfrohes Bild in der Kapelle. Eine Premiere gab es dabei ebenfalls: Zum ersten Mal in ihrer 70-jährigen Geschichte schmückte eine eigene Erntekrone die Gustav-Adolf-Kapelle. Kirchenvorsteherin Martina Winkel hatte sie in vielen Stunden Arbeit und auf ausdrücklichen Wunsch des Organisten (und Schwagers) Holger Winkel extra für das Erntedank- und Jubiläumsfest gebunden.
Nach dem Gottesdienst wurde weitergefeiert und auch die Kaffeetafel konnte sich sehen lassen: Hotdogs, schwedischer Mandelkuchen und Zimtschnecken passten bestens zur Geschichte der Gustav-Adolf-Kapelle. Und sogar der Frankfurter Kranz kam an diesem Nachmittag kurzerhand in „schwedischer Art“ daher.
Für die jüngeren Gäste gab es ebenfalls einiges zu entdecken. Ein kurzer Zeichentrickfilm erzählte von einer kleinen Kirchenmaus und ihren Freunden, die gemeinsam einen Einbrecher stellen. Beim Film über den Bau der Kapelle sorgten die historischen Aufnahmen dagegen für ganz andere Fragen. „Warum ist das nur schwarz-weiß?“, wollte ein 11-Jähriger wissen. Während einige Gäste die Bilder aus eigener Erinnerung kannten, war für die Jüngsten schon die fehlende Farbe erklärungsbedürftig. 70 Jahre sind eben doch eine ziemlich lange Zeit.
Kleine und große Gäste konnten außerdem Steine bemalen. Kreuze, gute Wünsche und Grüße entstanden dabei – auch aus dem Nachbardorf Mechtshausen als Zeichen der Verbundenheit. Die bunten Steine haben inzwischen ihren Platz auf den Stufen der Gustav-Adolf-Kapelle gefunden und erinnern dort an den Geburtstag.
Zum Abschluss füllte sich die Kapelle noch einmal. Mehr als 60 Besucherinnen und Besucher kamen zum Konzert mit Altistin Julia Fercho und Andreas Pasemann an der Harfe. Gesang und Harfenklänge sorgten für einen besonderen Abschluss des Tages. Besonders „You Raise Me Up“ auf der Harfe beeindruckte die Zuhörerinnen und Zuhörer.
Danke allen, die zum Gelingen des Kapellengeburtstags beigetragen haben – besonders dem Vorbereitungsteam des Kirchenvorstands Mechtshausen-Bilderlahe sowie den vielen Helferinnen und Helfern und Kuchenbäckerinnen und Kuchenbäckern.
Trotz Regen wurde so aus dem 70. Geburtstag ein schöner Tag für die kleine Kapelle und für die Menschen, die sich ihr seit vielen Jahren – manche sogar seit ihrem Spatenstich – verbunden fühlen.
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28.09.2026
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